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Projektbereich C: Therapeutische Applikation |
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Im Projektbereich C (Therapeutische Applikation) sind alle Teilprojekte zusammengefasst, von denen bereits eine klinische Anwendung im Gefolge bzw. als Resultat der Projektdurchführung erwartet werden kann.
Im Teilprojekt C1 (Schuler-Thurner, Schaft, Schuler) konnte in der ersten Förderperiode eine optimierte RNA-DZ-Vakzine etabliert und klinisch getestet werden. Im präklinischen Teil war die dem „mainstream“ entgegenlaufende Entdeckung, dass die Transfek-tion der für Antigene (MelanA, MAGE-A3, Survivin) kodierenden RNAs in bereits „reife“ DZ auch hinsichtlich der Antigenpräsentation überlegen ist, entscheidend. Eine optimierte RNA-Transfektion erlaubte auch die Oberflächenexpression eines E/L Selektin-Fusionsmoleküles, welches in der Maus intravenös injizierte DZ wie postuliert in die Lymphknoten leitete und beim Menschen gerade erprobt wird. Im klinischen Versuch überraschte die unerwartet deutliche Im-munogenität der bei fernmetastasierten Melanompatienten intravenös injizierten DZ, wobei die Fortführung und detaillierte Auswertung (Immunomonitoring) der Studie zeigen wird, ob E/L Selektin dafür wichtig ist. Im Anschluss daran sollen die Effekte von mit DC-LAMP-modifizierter RNA transfizierten DZ, die neben MHC Klasse I- auch Klasse II-Peptid-Komplexe generieren, im klinischen Versuch geprüft werden (Induktion überwiegend von Typ 1 Helfer-T-Zellen oder kontraproduktiven regulatorischen T-Zellen). In einem parallel laufenden, grundla-genbezogenen Teil soll die immunstimulatorische Potenz der DZ-Vakzine weiter verbessert wer-den, wobei auf die methodische Plattform der RNA-Elektroporation zur gezielten Modulation der DZ („Designer-DZ“) zurückgegriffen wird (z.B. Einbringen von mRNA für CD40-Ligand zur Reifung; Expression von für die stimulatorische Kapazität günstigen Moleküle wie CD70 bzw. Suppression hierfür ungünstiger Moleküle wie PDL-1/2).
Im neuen Teilprojekt C6 (Fey, Hillen) werden neuartige bivalente rekombinante single-chain Fv Antikörper (scFv)-Derivate zur Elimination maligner AML (akute myeloische Leukämie)-Zellen hergestellt und an humanen AML-Zellen in vitro und in der xeno-transplantierten Maus funktionell getestet werden, wobei auch geprüft wird, ob die AML-Stammzellen wie geplant eliminiert werden. Ein Konjugat aus einem CD33 Antikörper mit einem Toxin (Mylotarg™) ist zwar bereits zur Behandlung der AML zugelassen, hat aber gravierende Nebenwirkungen. Ansatzpunkte für eine bessere Lösung sind die Verwendung i) eines neuen von der Gruppe Fey entwickelten „dualen“ Formates, und ii) des von der Gruppe Hillen entwickelten hoch-effizienten humanen pro-apoptotische Proteins tBid als Todes-Effektor. Das duale Format des Immunkonjugates hat den Vorteil, dass scFv-Bindedomänen für zwei verschiedene Antigene vorhanden sind, die zusammen bevorzugt auf der Tumorzelle exprimiert sind, so dass diese mit höherer Affinität als normale Zellen erkannt und zerstört wird. Neben einem bereits etablierten scFv gegen CD33 werden neue scFvs gegen hu-manes CD123, welches hochgradig auf AML-Stammzellen exprimiert ist, erzeugt und mit dem vorhandenen CD33 scFv zu einem Fusionsprotein im neuen "dualen" Format verknüpft werden.
Im neuen Teilprojekt C8 (Mackensen) werden präklinische Untersuchungen durchgeführt, um den adoptiven Transfer von in vitro generierten tumor-reaktiven T-Zellen effektiver zu gestalten. Die Fragestellung ergab sich aus der Auswertung einer erfolgreich durchgeführten klinischen Phase I Studie („from bench to bedside and back again“), in der mittels MelanA Tumor-Peptid-beladener DZ in vitro generierte zytotoxische T-Zellen übertragen wurden und sogar zu klini-schen Effekten führten. Es kristallisierte sich aber heraus, dass der Prozess für eine Nachfolge-studie in mehrfacher Weise optimiert werden muss. Dazu sollen in Absprache mit Teilprojekt C1 vor allem unterschiedlich hergestellte und gereifte DZ zur effektiveren in vitro Generation von zytotoxischen T-Zellen verwendet werden und zudem RNA-transfizierte DZ (statt die HLA-restringierten mit Peptiden beladenen) eingesetzt werden, um bei allen Patienten unabhängig von deren HLA-Typ eine möglichst breite T-Zellantwort gegen multiple Epitope der verwendeten Tumorantigene erreichen zu können. Die Rolle der PD-1 / PDL-1 Interaktion auf die Aktivie-rungs- und Effektorphase der T-Zellen soll ebenfalls adressiert werden. Einen Schwerpunkt bildet auch die Identifikation der optimalen Wachstumsfaktoren für die Induktion und Expansion humaner-antigen-spezifischer T-Zellen. Hier soll neben der Austestung der optimalen Kombina-tion bekannter Faktoren ein vielleicht neuer Faktor im Überstand definiert stimulierter mono-nukleärer Blutzellen identifiziert werden. Dieser Überstand hat die bemerkenswerte Eigenschaft, die Differenzierung von CD62L+ hoch proliferativen T-Zellen zu vermitteln, die für die adoptive T-Zelltherapie die optimale Zellpopulation darstellen würden.